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Neujahrsfest in Vietnam .. TET ist alles gar nicht so schlimm

Ja, wir haben es gewagt, zum Neujahrsfest, dem Tet-Fest waren wir in Saigon. Was habe ich in diversen Blogs nicht alles gelesen…Soll ja der reinste Horror sein, während dieser Tage ( gar Wochen?) zu reisen. Alles sei geschlossen, niemand da, sämtliches normales Leben liegt auf Eis, beschwerlich zu Reisen und weiß der Henker noch alles.

Was ist denn da wirklich los in Vietnam? Wie waren unsere Erfahrungen? Hier eine kleine Zusammenfassung und farbenfrohe Bilder zum wichtigsten Feiertag in Vietnam.

Das vietnamesische Neujahrsfest, oder auch TET genannt, was übersetzt „Fest des ersten Morgens“ heißt, ist der wichtigste Feiertag in Vietnam und findet vom ersten bis zum dritten Tag des neuen Jahres nach dem Mondkalender statt. Dieses Jahr, dem Jahr des Hundes, fiel der Beginn auf den 16. Februar.

Was haben wir alles als Reisende mitbekommen? Welche Traditionen konnten wir erkennen?

Grundsätzlich gilt, dieses Fest ist das Fest der Familie. Jetzt kann ich nur sagen, dass in Vietnam die Familie eh schon den höchsten Stellenwert hat. Alle wohnen in einem Haus, oft in einem Zimmer. Es wird zusammen gekocht, gespielt und man sitzt vor dem Haus zusammen. Die meisten Vietnamesen arbeiten zu Hause, verkaufen Essen, schneiden Haare, Schrauben an Motorrädern oder waschen Wäsche. Aber dieses Fest setzt dem ganzen eine schöne Krone auf.

Halb Vietnam fährt nach Hause!

Im Laufe der Woche reist man in seine Heimat und feiert im Kreis seiner Lieben. Von daher sind Flüge, Bus- oder Zugfahrten ausgebucht oder entsprechend teurer. Wir sind ja am 17. Februar von Kambodscha nach Saigon geflogen, da während TET die Grenze geschlossen hatte. Kein Grenzverkehr zwischen Vietnam und Kambodscha, Wow, damit haben wir nicht gerechnet. Somit war mein Wunsch mit dem Liegebus gemeinsam mit Maren zu kuscheln ad acta gelegt. Schade, das wollte ich schon mal ausprobieren.

Ganz Saigon ist ein Blütenmeer!

Vor jedem Geschäft und viele Häuser, ja ganze Straßenzüge sind bunt geschmückt! Alles soll den Neubeginn symbolisieren. Diese Tage sind in Saigon ruhig, es herrscht keine Hektik, ja manche Ecken wirken fast wie ausgestorben. Die vielen Nationalflaggen, Blumen, Bäume und die roten Schleifen, alles ist einfach nur bunt und fröhlich.

Alles wird geputzt und gereinigt!

Vor dem Neujahrfest werden die Häuser geputzt, da damit das Unglück des Jahres aus dem Haus gekehrt werden sollen und der Neujahrbaum (ein blühender Mandel- oder Aprikosenbaum) wird aufgestellt. An diesen Baum werden rote Karten mit goldenen Verzierungen und Glückwünschen gehangen. Während des dreitägigen Fests darf man allerdings nicht mehr putzen, da man laut dem Brauch sonst das Glück vertreibt.

Alle werfen sich in Schale!

Die Vietnamesen sehen alle todschick aus. Viele Frauen ziehen ihre traditionellen Kleider aus Seide an, die Männer tragen Anzug. Ein echt tolles Bild. Achja Bilder, die Vietamesen sind Meister im Fotografieren. Kein Baum, keine Blume, die nicht mit der Angetrauten im Vordergrund abgelichtet wird.

Der Gang zum Tempel!

Räucherstäbchen, Kunstgeld verbrennen, beten, Spenden. In ihrer farbenfroher und brabbelnder umtriebiger Art gehen die Vietnamesen zum Tempel. Dort wird vor den Buddhafiguren, Schreinen und Göttern für Glück und Gesundheit gebetet, den Ahnen gedacht und viel gespendet. Danach lädt man zu sich nach Hause ein, unterhält sich mit bedacht, speist zusammen, denn das neue Jahr soll gut beginnen.

Jetzt wird es akrobatisch!

In farbenfrohen Kostümen werden Drachentänze aufgeführt. Dies unter echt verrückten Bedingungen. Da wird über Stunden einfach die Straße gesperrt, nicht von den Ordnungshütern, nein, einfach so von x-beliebigen Leuten. Und dann geht es rund. Wilde Trommeln, viel Geschrei, akrobatische Tänze, einer klettert am  flugs aufgerichteten Mast in schwindelerregende Höhen. Auch hier wird gespendet, was das Zeug hält. Jeder möchte dem Drachen Geld ins Maul schieben, ich denke die Akrobatengruppen freut es, denn die Köstüme und Drachenköpfe müssen ja auch bezahlt sein. Das hat uns sehr gut gefallen, saßen wir doch während einer solchen Vorstellung genau im Geschehen.

Zusammenfassend kann ich sagen, TET-Fest ist klasse. Alles ein bisschen relaxter, ein farbenfrohes Spektakel, glücklich und zufriedene Gesichter. Nur Shopping kann man vergessen, aber den Zahn haben wir uns schon lange gezogen, dass ist uns eh nicht wichtig.

Über Ralf Hokenmaier

Ralf Hokenmaier
Nach 20 Jahren Selbständigkeit auf zu neuen Ufern. Was mich anspornt? Gemeinsam mit meiner Frau Maren die Möglichkeit zu nutzen Fremdes, Unbekanntes und Neues zu entdecken. Wir sind jetzt keine klassischen Backpacker, nein, wir versuchen nur, mit unserem Reisebudget angenehm und ohne großen Luxus zu reisen. Wo die Reise hingeht? Keine Ahnung, dass entscheiden wir morgen kurzfristig.... :)

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