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Etappe 4: Jerusalem – Bethlehem

Tag 13 – 19.11.17 – Jerusalem

Von Afula aus sind wir mit dem Bus nach Jerusalem gefahren. Wieder haben wir über AirBnB einen Host ausgesucht und haben uns selber eingecheckt um dann festzustellen, dass unser Host Raphi – uns vergessen hat – was ihm sehr unangenehme war und auch umgehend geändert wurde.

Wir haben die Zeit genutzt und sind die die Altstadt gelaufen und haben uns durch die Suks treiben lassen. Der Zufall hat uns an der Grabeskirche rauskommen lassen und da diese noch offen war, sind wir natürlich auch hineingegangen. Durch die späte Uhrzeit war es nicht so voll und recht angenehm alles anzuschauen.

Tag 14 – 20.11.17 – Jerusalem

Wir haben den Morgen mit einer Tour über die Stadtmauer begonnen, gestartet sind wir vom Jaffa Tor aus und sind bis zum Herodes Gate gelaufen – hier ist die Maurertour dann auch zu Ende. Man steigt hier ab und steht mitten im pulsierenden Muslimischen Viertel. Dieses Viertel ist recht quirlig, wir sind von hier zum Tempelberg gelaufen, unser Ziel war die El-Aqsa Moschee – nur haben wir nicht auf die Uhr geschaut und die Besuchszeiten waren schon vorbei als wir dort angekommen waren. Stattdessen sind wir zur Klagemauer, denn diese sollte man ja nicht „links liegen lassen“.

Tempelberg

Danach haben wir den Weg durch die Altstadt über die Via Dolorosa (14 Stationen Christi) genommen um nochmal in die Grabeskirche zu gehen. Jetzt konnten wir erleben, was es bedeutet hier mitten am Tag zu sein, sie war soo voll, dass wir gleich wieder hinausgegangen sind.

Da wir ja so gemütliche Traveller sind, sind wir ins Österreichische Hospiz gegangen (links neben der Eingangstür klingeln, dann wir die Tür geöffnet). Hier hast du die Möglichkeit auf das Dach zu steigen und Jerusalem von oben anzuschauen, das sollte man auf alle Fälle machen. Und wenn man schon hier ist, einen Apfelstrudel essen und einen Cappuccino trinken – was wir natürlich mit Wonne getan haben.

Apfelstrudel und Cappuccino im österreichischen Hospiz

Tag 15 – 21.11.17 – Jerusalem

Es regnet, für uns ein guter Grund mal den halben Tag im Bett zu verbringen bis uns der Hunger rausgetrieben hat. Angebote zum Essen gibt es mehr als genug, wir haben uns für das Taami entschieden, ein unscheinbares, kleines Lokal – von der Art, die man als Tourist eher nicht betritt, für uns genau das Richtige. Die Gerichte Suppe, Hummus und Falafel – waren einfach nur lecker.

Trotz dem Nieselregen sind wir noch durch die Stadt ins King David Hotel gelaufen – dieses alte herrschaftliche Hotel lohnt sich schon wegen der Lobby und dem tollen Innenhof.
Gleich gegenüber befindet sich das YMCA Hotel – bei gutem Wetter sollte ein Gang auf den Turm eingeplant werden (bei der Rezeption danach fragen).

Unser Spaziergang ging weiter zu „The first Trainstation“. Eigentlich ist das hier der Bahnhof der ersten Eisenbahn Jerusalems, heute ist es eher eine Art Rummel mit Fahrgeschäften und Lokalen. Informativ war es dank der vielen Infotafeln trotzdem – hier haben wir in Ruhe Kaffee und Kuchen genossen.

Den Tag haben wir dann mit einer guten Flasche Wein ausklingen lassen, gekauft bei Avi Ben Wine Shop – nicht ganz günstig, da Alkohol in Israel recht teuer ist, aber man darf es sich ja auch mal gut gehen lassen.

Tag 16 – 22.11.17 – Jerusalem

Da wir bei unserem ersten Host nicht die ganzen Tage bleiben konnten, sind wir zwischendrin umgezogen – wieder über AirBnB haben wir uns bei ein paar Jungs, alles Medizinstudenten – einquartiert.

Für heute haben wir uns das Viertel der ultraorthodoxen Juden vorgenommen. Das ganze Viertel, mitsamt seinen Bewohnern wirkte sehr befremdlich auf uns. Die Menschen wirken sehr gehetzt, alle Männer sind gleich angezogen (schwarzer oder blauer Anzug, weißes Hemd, Gebetsmantel und Hut), sie gehen, rennen fast schon, von links nach rechts. Ich habe keinen einzigen Mann / Frau mal lachen sehen. Das alles war irgendwie eigenartig.

Ultraorthodox Juden arbeiten nicht, sie studieren den ganzen Tag nur die Thora, die Frauen bekommen zum Teil zehn Kinder und mehr und der Staat kommt für sie auf. Sie haben ein tiefes Misstrauen gegenüber Andersgläubigen.

Es bleiben viele Fragen offen, die uns weder unsere israelischen Gastgeber, noch ein Freund der Jude ist, beantworten konnte.

Tag 17 – 23.11.17 – Jerusalem Yehuda Market

Wieder ein Regentag, wir genießen das nichts tun. Es ist Donnerstag, das Wochenende wird eingeläutet, abends wird hier im Yehuda Market aufgerüstet, die kleinen Lokale zwischen den Verkaufsständen wappnen sich für die Nachtschwärmer. Das kann man nicht beschreiben, man muss es einfach mal erleben. Und am Tag drauf, am Sabbbat – ist dieser Bereich menschenleer – echt strange.

Yehuda Market / normaler Wochentag
Yehuda Market / Shabbat

Tag 18 – 24.11.17 – Jerusalem ab 16 Uhr Shabbat

Auch so ein Sabbat ist für uns eher befremdlich. Du musst dir vorstellen, um 16 Uhr ist Wochenende und das bedeutet es fahren keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr, alle Lokale sind zu, es gibt auch keinen Notdienst von Apotheken oder ärztlichen Einrichtungen, wie wir das kennen – das Land ist für 24 Stunden im Stillstand (einzige Ausnahme mag hier TLV sein).

Wenn du dich als Tourist nicht im Vorfeld erkundigt hast, könnte das ziemlich blöd werden. In diesem Fall hieße das z.B: du gehst in das arabische Viertel und fährst von da zu deiner gewünschten Destination (im Zweifelsfall und nicht selten über TLV).

Tag 19 – 25.11.17 – Bethlehem

Bethlehem liegt in der Westbank (West Jordanland). Für die Israelis nicht erlaubt, ist es für uns nur eine kurze Busfahrt (Kosten 6,80 NIS, ca. 1,50 € pro Person). Die Geburtskirche war unser Ziel. Die Kirche hat sehr alte Wandmalereien, da sie aber gerade saniert wurde, konnten wir fast nichts davon sehen. Die Gruft zu besichtigen ist uns nicht gelungen, erst war da eine Messe der katholischen Mönche, dann eine der armenischen Mönche und jedes Mal hieß es: in 5 Minuten können wir rein, nach 30 Minuten haben wir das abgebrochen und sind wieder rausgegangen.

Der Rückweg war dann nicht ganz so unkompliziert, an der israelischen Grenze kommen zwei Grenzer in den Bus (mit MP unterm Arm) – alle Palästinenser müssen den Bus verlassen (sie werden draußen kontrolliert) und wir alle unsere Pässe zeigen. Anmerkung: Noch nie habe ich meinen Pass so oft gezeigt, wie in Israel (und diesen, wie das blaue Einreisekärtchen, bloß nicht vergessen!)

Über Maren Huber

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Mein Mann Ralf und ich haben im Juni 2017 unsere Firma verkauft und sind ins Wohnmobil gezogen. Erstes Ziel war die Insel Lesbos um eine Auszeit zu machen um dann die Europa und die Welt zu erkunden. Ich freue mich auf alle, die uns auf dieser spannende Reise begleiten.

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