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Corona – oder plötzlich ist alles anders

Es ist der dritte März, als wir in Marrakesch ein kleines Riad buchen. Ralfs Mama kommt uns in Marokko besuchen und die Stadt lädt mit Ihrem Flair ein klein wenig ein, um einzutauchen in diese andere Kultur. In der Welt und auch in Europa ist Corona bereits angekommen, aber es ist noch ruhig, wir machen uns darüber keine weiteren Gedanken.

Eine Woche später am zehnten März sieht es für uns noch so aus, als wenn wir uns treffen werden und ich versuche einen Stellplatz für Opa Theo in der Nähe von Marrakesch zu organisieren. Aber schon zwei Tage später, machen wir uns erstmalig ernsthaft Gedanken was wird passieren, wenn die Schwiegermama kommt und eine Woche später vielleicht nicht mehr nach Hause fliegen kann? Ihr Flug steht für den sechzehnten März mit Ryan Air an. Es ist weniger der Virus, der uns Sorgen macht, als die Möglichkeit, dass sie nicht mehr nach Hause kommt.

Die Informationen überschlagen sich innerhalb von nur drei Tagen. Bei Facebook ist eine merkliche Panik zu spüren, ich persönlich empfinde das ganze Vorgehen zwar nicht verhältnismäßig, aber das darf ja glücklicherweise jeder für sich selbst entscheiden. Schlimm ist nur, dass man heute, wenn man nicht dem Mainstream folgt, gleich verurteilt wird.

Am Freitag den dreizehnten erledigen wir den ganzen Papierkram um unser Visum um drei weitere Monate zu verlängern. Unser Aktuelles läuft am zweiten April aus. Leider sind wir etwas spät dran und das Bürgermeisteramt, das die Kopien beglaubigen muss, schließt vor unserer Nase zu. Kommt Montag wieder.

Es ist der fünfzehnte März, Marokko hat den Flug- und Fährverkehr eingestellt. Ich checke fast stündlich alle Kanäle, um irgendwie an Antworten zu kommen. Auswärtiges Amt, Deutsche Botschaft Rabat, der ADAC und MarokkoNews sind jetzt meine Favoriten. Die Aussagen der Fluglinien und offizielle Meldungen unterscheiden sich eklatant. Während viele Fluggesellschaften den Flugverkehr tatsächlich eingestellt haben, steht der Ryan Air Flug meiner Schwiegermutter immer noch auf Abflug.

Wir haben bereits beschlossen, sollte der Flug nicht storniert werden, dann soll sie ihn verfallen lassen, die Gefahr hier nicht mehr weg zu kommen ist uns einfach zu hoch. Inzwischen habe ich unseren Riad storniert, was ohne Stornogebühren ging, da auch die Buchungsplattform auf den Coronavirus reagiert und eine Ausnahmesituation erklärt hat.

Am Morgen hat der König von Marokko mitgeteilt, dass alle Urlauber, die bleiben möchten, bleiben dürfen, auch wenn ihr aktuelles Visum in der Zwischenzeit abläuft. Es ist keine Verlängerung des Visums notwendig. Aber da heute noch keiner sagen kann, wie die Sachlage sein wird, wenn der ganze Trubel vorbei ist, werden wir trotzdem versuchen ein offizielles Visum zu erhalten.

Es ist Montagmorgen, der sechzehnte März. Früh stehen wir auf, um unsere Papiere zur Polizei zu bringen. Wie es weitergehen soll, wissen sie dort heute Morgen auch noch nicht. Erstmal abwarten und schauen, wie sich alles entwickelt. Wir sollen in vier bis fünf Tagen wiederkommen, um unsere Visa abzuholen. Am späten Nachmittag fährt unsere niederländische Nachbarin nochmal in die Stadt, um nachzuhaken was denn jetzt nach der Info des Königs passiert und bekommt die Auskunft, dass es bis auf weiteres keine offiziellen Visaverlängerungen geben wird.

Noch am gleichen morgen kommt dann auch endlich die offizielle Stornierung des Fluges, meiner Schwiegermutter, durch Ryan Air. Inzwischen ist die Kommunikationswelt in Facebook aus den Fugen geraten. Viele deutsche Urlauber in Marokko haben Panik nicht nach Hause zu kommen. Keiner weiß etwas, alle wissen alles. Interessant ist, dass gerade auch Menschen, die zu Hause in Deutschland sitzen, die Lage hier in Marokko weit besser einzuschätzen wissen.

Auf unsere Posts werden Kommentare geschrieben wie „Ihr in Eurer Palmen-Oasen-Kommune“, „In Afrika ist alles anders“, „Das kannst du von da unten ja gar nicht beurteilen“ oder auch „Klugscheisser“. Nein, wir leben hier ja hinter dem Mond und bekommen nichts mit .. seltsam, ich fühle mich hier sicherer als vor der ganzen Angst, die sich in Deutschland breit macht. Was nicht heißt, dass wir uns hier keine Gedanken machen, schließlich ist es für uns mehr als ungewiss wie es weitergeht. In einem fremden Land, mit fremder Sprache, mit fremden Gesetzen.

Obwohl es heißt, Deutschland kümmere sich um den Rücktransport aller Urlauber, sind die Informationen aus Deutschland vage und ungenau. Ich persönlich empfinde es als Rumgeeiere, als wenn man sich nicht traut, mal Tacheles zu sprechen. Da ist die deutsche Botschaft in Rabat von ganz anderem Kaliber, die Mitarbeiter bemühen sich jede Frage, ob per eMail oder via Facebook, zu beantworten. Sie halten uns mit täglich mehrmals erscheinenden Updates auf dem Laufenden. Klar, gibt es auch hier Stimmen, die schimpfen, aber sie können nicht überall sofort sein und machen wirklich einen guten Job!

Am siebzehnten März kommen die ersten Informationen zu der Rückholaktion der Bundesregierung, einen Tag später laufen die versprochenen Evakuierungsflüge an. Jeder ausreisewillige Bundesbürger ist angehalten seine Daten in das Internetportal „Elefand“ einzutragen. Anfangs gab es ein wenig Konfusion, da u.a. auch Rabat als Abflughafen genannt wurde und dann dort doch keine Flüge abgingen, so konzentriert sich die Abfertigung jetzt auf die Flughäfen Casablanca, Marrakesch und Agadir.

Wir bemerken die Veränderung daran, dass heute Morgen die Brotfrau nicht erschienen ist. Auch alle anderen Verkäufer für Süßigkeiten, Honig, Öl oder Käse blieben heute weg. Lediglich der Wassermann kam um unsere Tanks zu füllen.

Am Achtzehnten dann die Info, dass doch noch reguläre Flüge bei einigen Fluggesellschaften buchbar seien. Später am Abend die Info, dass die endgültige Schließung des Luftraumes für den neunzehnten März 23:59 Uhr angekündigt wird. Jetzt werden auch das erste Mal Urlauber erwähnt und bedacht, die mit ihrem eigenen Fahrzeug im Land sind. Die Empfehlung der Botschaft: Lassen Sie ihr Auto stehen und fliegen Sie zurück, kommt natürlich für die wenigsten in Frage. Für uns schon gar nicht, wohnen wir doch in unserem Opa Theo. Es kommt Bewegung in die Sache und alles nimmt ordentlich Fahrt auf.

Unruhe macht sich bei den Campern breit, wer will schon sein Fahrzeug hierlassen und das auf unbestimmte Zeit. Der Marokkanische Zoll gibt zu bedenken, dass Fahrzeuge in Zollgewahrsam nach einiger Zeit, wenn sie nicht abgeholt werden, hier verkauft werden können. Sollen wir einen privaten Parkplatz suchen? Einen Campingplatz fragen? Erste Gerüchte werden laut, dass eine Ausreise über die spanische Enklave Ceuta für europäische Bürger noch möglich ist. Jetzt packen viele Ihre Sachen und fahren im Eiltempo die 1000 KM in den Norden. Auch die Botschaft bestätigt die offene Grenze, kann aber nicht gewährleisten, wie lange dies gilt, da sich hier jede Stunde etwas ändert.

Irgendwann im Laufe des Tages kommt unser Security Mann, der Nachtwächter, mit Papieren. Unser Platz hier in den Palmen ist kein offizieller Campingplatz aber ein öffentlicher Stellplatz, und so fordert uns die Kommune auf, ihnen unsere Daten mitzuteilen. Gleichzeitig erhalten wir einen Infozettel, worauf steht, wie wir uns zu verhalten haben: Abstand halten, Hände waschen, Kontakt vermeiden .. alles was wir schon wissen, doch interessant, wie geordnet das hier zugeht. „Afrika eben?!“ Zumindest reagiert Marokkos Regierung in unseren Augen klarer, als es unsere Deutsche bis jetzt getan hat.

Es ist Sturm im Norden, 5m hohe Wellen, extrem starker Wind. Der Fährverkehr ist fast zum Erliegen gekommen. Dann die offizielle Hiobsbotschaft: Ceuta hat die Grenzen dicht gemacht. Vor der Grenze bilden sich lange Schlangen von europäischen Fahrzeugen, die alle raus aus Marokko wollen. Wenig später dann die Meldung von Reisenden vor Ort: Es werden vorerst alle Deutschen und Spanier, die ein Rückfahrticket vorweisen können, durchgelassen. Alle anderen Nationen bleiben außen vor. Panikartig brechen jetzt viele Camper, die bis jetzt abgewartet haben, auf um nach Ceuta zu kommen. Keiner weiß genau was hier passiert, wie lange die Grenze noch offen ist.

Wir haben Mittwoch, Souk (Markt)-Tag in Tafrout. Wir gehen in die Stadt, um Lebensmittel zu kaufen. Seit heute Morgen sind alle Läden, bis auf Lebensmittel und Treibstoff, geschlossen. Es ist merklich ruhiger, die ersten Menschen laufen mit Mundschutz und Handschuhen herum. Die Polizei schaut darauf, dass die Menschen genügend Abstand zueinander halten. Und sonst fühlt es sich für uns soweit gut an, keiner ist in Panik oder wirkt ängstlich. Lediglich das Klopapier und abgepackte Nudeln sind etwas weniger im Regal vertreten als sonst. Doch leere Regale oder gar richtige Hamsterkäufe beobachten wir hier nicht.

Neunzehnter März: Irgendjemand hat gestern eine WhatsApp Gruppe erstellt, in der sich viele Camper und Rückfahrer zusammenfinden, um sich über die vor Ort Lage auszutauschen. Die Infos überschlagen sich in der Gruppe. Es werden nur Spanier durchgelassen. Europäer, die bereits im Hafen sind, werden auf die Schiffe gelassen. Es dürfen alle mit gültigem Rückfahrticket durch, bucht online, bucht im Hafen .. es ändert sich fast schon minütlich.

Gut sind auch die Infos von denen, die jetzt bereits durch Spanien und Frankreich fahren, denn keine offizielle Seite lässt verlauten, ob Rückreisende durchgelassen werden. Nur das die Durchfahrtländer Ihre Grenzen geschlossen haben, dass wissen alle.

Unsere österreichischen Nachbarn* sagten gestern Abend noch, dass sie hierbleiben wollen, Ihre eigene Botschaft sprach sich für ein bleiben vor Ort aus. Doch mitten in Nacht um drei Uhr klopft es an der Tür und sie teilen uns mit, dass sie jetzt in den Norden aufbrechen. Zu groß ist der Wunsch, nach Österreich, nach Hause, nach Europa, zurück zu kehren. Auch unsere Nachbarn Tini und Uwe, die ebenfalls aus Göppingen kommen, entschließen sich, heute Morgen nach Marrakesch auf den Campingplatz eines deutsch/marokkanischen Paares zu fahren. Ich kann das verstehen. Uwe ist auf Medikamente angewiesen und die Nähe einer großen Stadt, oder die Möglichkeit sich etwas schicken zu lassen ist weit besser als hier im adresslosen Palmenhain von Tafrout.

*Nachtrag 26.03.2020
(Claudia und Heimo haben für die knapp 1000 Kilometer mit Ihrer Zora 16 Stunden benötigt, meist sind sie bei Regen gefahren. Sie haben lediglich 5x zum Tanken angehalten, gegessen und geschlafen haben sie abwechselnd während der Fahrt. Bis sie dann endlich auf eine Fähre konnten, mussten sie weitere 30 Stunden im Hafen von Ceuta verbringen. Am 25. März spätnachmittags sind sie dann erschöpft zu Hause in Österreich angekommen. Jetzt dürfen Sie erstmal nicht in Ihr Haus, in dem die Mama auch noch wohnt und bleiben vor der Tür, in Ihrem Auto, für 14 Tage in der Quarantäne.)

Mit Opa Theo bräuchten wir Tage, um nach Ceuta und dann von Spanien bis nach Göppingen zu fahren. Ein Haus oder eine Wohnung haben wir ja eh nicht mehr. So ist es für uns kein Thema, hier in unserer „Palmen-Oasen-Kommune“ zu bleiben, auch wenn alles sehr ungewiss ist. Allemal besser als jetzt in den Norden zu hetzen.

Inspiriert durch die WhatsApp Gruppe der Rückfahrer lege ich eine Gruppe an für diejenigen, die mit Ihren Fahrzeugen erstmal hierbleiben. Innerhalb weniger Stunden sind es über 70 Kontakte, Tendenz steigend.

Freitag, zwanzigster März, gestern kam die offizielle Mitteilung, dass ab heute Abend 18 Uhr eine landesweite Ausgangssperre verhängt wird. Im Ort ist Militär aufgefahren und auch aus anderen Orten hört man von Straßensperren und militärischer Fahrzeugpräsenz. Einkaufen ist weiterhin erlaubt, auch wenn das jetzt nur noch einer alleine machen darf und der andere beim Auto bleiben soll. Das macht mir keine Angst, ich denke es dient einfach der öffentlichen Sicherheit. Also haben wir heute Morgen nochmal kräftig eingekauft und sind so erstmal für die nächsten Tage versorgt.

Marokko macht innerhalb von zehn Tagen einen kompletten lock down. Offiziell gemeldete Corona-Fälle 20.03.2020 16:10 Uhr:
Marokko: 63
Deutschland: 16.290
(Quelle gisanddata)

Nachtrag

Noch am gleichen Abend des 20.ten März kommt die Info aus der Botschaft, das die Evakuierungsflüge in dieser Nacht eingestellt werden. Am 21. März 15:24 Uhr heisst es von dort, dass Ceuta im Moment noch offen ist und ausreisewillige Urlauber dort noch nach Spanien einreisen dürfen (gilt nur für Personen mit eigenem Auto).

Eine Stunde später, um 16:48 verkündet die Botschaft das noch vereinzelt Flüge nach D stattfinden und dort freie Plätze aufgefüllt werden. Wer noch ausreisen möchte soll sich jetzt vor Ort informieren.

Dann am 22.03.20 um 13:40 Uhr die Info, dass Marokko ab 23:59 Uhr eine landesweite Ausgangssperre verhängen wird. Für Camper die immer noch Marokko verlassen wollen wird ein Dokument zum Download angeboten, dass Ihnen erlauben soll den Hafen von Ceuta anzusteuern.

Am selben Tag verschäft Marokko nochmal das Ausgangsverbot und Verhängt dazu noch ein landesweites Reiseverbot ab 0:00 Uhr. Für alle Fahrten wird jetzt eine Genehmigung benötigt.

Hunderte Camper stehen in langen Schlangen vor der Grenze Spaniens vor Ceuta in der Hoffnung noch ausreisen zu können. Schon seit Stunden werden immer nur so viele Fahrzeuge in Land und Hafen gelassen, wie auch Platz auf den Fähren haben.

Mitten in der Nacht kommt dann die offizielle Mitteilung Spaniens, dass die Aussengrenzen Europs endgültig um 23:59 Uhr zugemacht werden. Es stehen noch hunderte Camper und KfZ im Norden vor der Grenze…
Eine Zählung am 23.03.20 um 10:30 Uhr ergab 215 Fahrzeuge! (Quelle WhatsApp Gruppe „Wohnmobil Ausreise Maroc“)

Quelle: Deutsche Botschaft Rabat

Und bei uns hier in der Palmenoase bei Tafraout?! Hier stehen an allen Ausfallstrassen jetzt Polizei und/oder Militär. Ohne ein offizielles Schreiben, das uns erlaubt in den Ort zu gehen, geht hier gar nichts mehr.

Offiziell gemeldete Corona-Fälle 23.03.2020 11:45 Uhr:
Marokko: 122
Deutschland: 26.159
(Quelle gisanddata)

Nachtrag 25.03.2020

Nach langem Überlegen, habe ich heute doch mal versucht mich in den Portalen des Auswärtigen Amts für Auslandsdeutsche einzutragen. Hier meine Erkenntnisse dazu:

rueckholprogramm.de
Diese Seite bedient nur Personen, die eine Adresse im Ausland angeben können. Für Personen, die wie wir mit dem eigenen Auto unterwegs sind, gibt es keine Erklärmöglichkeit – ERGO für Selbstfahrer unbrauchbar.

Elefant – Elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland
Im ersten Schritt soll diese Plattform ja dazu dienen um seinen Aufenthaltsort mitzuteilen. Für Reisende mit dem eigenen Auto etwas schwierig, da wir uns ja ständig bewegen. Die Angaben von zuständigem Bezirk und Wohnort können wir nicht wirklich bedienen und ich glaube nicht, dass ich das alle paar hundert Kilometer anpassen würde.

Fazit:
Auf Selbstfahrer – die ja mit so viele verschiedenen Fahrzeugen unterwegs sind – sind diese Portale nicht eingestellt. So werden wir uns wohl auch in Zukunft selber organisieren müssen um etwas zu bewegen.

Nachtrag 27./28.03.2020

Am Abend des 27.ten um 19:05 Uhr erhalte ich aus Österreich die Nachricht, das ein kommerzieller Fähranbieter am Sonntag 29.03. zur Mittagszeit in Tanger Med ablegen wird. Zielhafen Séte. Kostenpunkt voraussichtlich 1200 Euro. Schon heute morgen habe ich von einer Freundin vor Ort erfahren, das alle Franzosen Ihre Autos umstellen und sich an einem Ausgang des Hafens aufreihen. Die wussten wohl zu diesem Zeitpunkt schon mehr von Ihrer eigenen Botschaft.

Was bedeutet das für uns? In 1,5 Tagen ist es für uns unmöglich mit Opa Theo bis nach Tanger zu fahren und ob es noch weitere Schiffe geben wird, kann zu diesem Zeitpunkt wieder keiner sagen – also bleiben wir weiter stehen und warten ab.

28.03.2020, die deutsche Botschaft in Rabat schreibt auf Ihrem Fcebook Account, das alle Camper die sich jetzt im Hafen von Tanger befinden, bevorzugt auf die Fähre am Sonntag fahren dürfen. Parallel schildert mir eine Freundin, die sich vor Ort befindet das alle Camper die jetzt noch in den Hafen möchten, abgewiesen werden.

Eine weitere Fähre ist für Donnerstag geplant, diese soll die verbleibenden Camper aufnehmen und wenn jetzt noch Platz auf der Fähre ist, dürfen weitere Camper , die sich bereits im Norden Marokkos aufhalten, nachrücken.

An diesem morgen stehen bei uns hier in Tafroute Personen in Schutzanzügen und Atemmasken neben dem Sperrposten der Polizei, was natürlich für einigen Gesprächsstoff unter uns Campern sorgt. Später fährt der Brotverkäufer durch unseren Stellplatz und schreibt alle KfZ-Kennzeichen auf. Auf Nachfrage erklärt er uns, dass die Gemeinde Tafraout heute nochmal die Ausgangssperre ausgeweitet hat.

Der Ort Tafraout hat bis heute keinen einzigen Covid-19 Fall, weder unter der Bevölkerung, noch bei den Europäern und so sperren sie jetzt den Ort komplett ab. Alle die sich innerhalb der Sperrzone befinden – also auch wir – dürfen sich frei im Ort bewegen, alle anderen bleiben aussen vor.

Das heisst im Umkehrschluss: Keiner darf mehr rein und wenn wir die Sperrzone verlassen, dürfen wir auch nicht mehr zurück.

Über Maren Huber

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Mein Mann Ralf und ich haben im Juni 2017 unsere Firma verkauft und sind ins Wohnmobil gezogen. Erstes Ziel war die Insel Lesbos um eine Auszeit zu machen um dann die Europa und die Welt zu erkunden. Ich freue mich auf alle, die uns auf dieser spannende Reise begleiten.

9 Kommentare

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    Stephanie Grewal

    Hallo Maren und Ralf,
    auch ich bin ursprünglich aus dem Raum Göppingen, lebe aber seit fast 9 Jahren mit meiner Familie in Casablanca. Eine meiner Freundinnen hat mir heute den Artikel über Euch in der NWZ geschickt.
    Solltet Ihr eine Anlaufstelle in Casablanca oder so brauchen (Medikamente sind hier vielleicht länger zu bekommen), meldet Euch gerne. Vielleicht auch einfach mal zum Austausch, ich freue mich immer über Kontakt mit Leuten aus dem Ländle. Liebe Grüße, Steffi

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      Liebe Steffi,
      vielen, lieben Dank für dieses tolle Angebot. Erstmal stehen wir hier im Süden noch gut, sollte etwas sein oder wir Hilfe benötigen, kommen wir gerne auf dich zurück.
      LG Maren

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        Das was ihr schreibt, ist meiner Meinung nach sehr gut recherchiert und stimmt. So empfinden wir es auch. Besonders schön ist, daß beim Lesen keine Angst vermittelt wird, wie in allen Foren. Macht weiter so.
        Wir sind die wahrscheinlich in marokko am südlichsten stehenden Camper. Bis tanger med sind es etwa 2200km. Hier sind 4 wohnmobile und ein Mietwagen gestrandet. Die einkaufsituation ist relativ einfach. Nur 72km insgesamt und kein Stress bei den Läden. Wüste eben. Trotzdem stehen wir an einem wunderschönen Strand und werden aller 2tage mit frischem Fisch versorgt. Soviel Fisch hab ich aufeinmal noch nie gegessen. Ansonsten werden wir von 2 netten Marines bewacht. Wie es weitergeht wissen wir auch nicht. Es könnte ja sein, dass man uns vielleicht kaserniert,siehe heute tanger med. Wenn das passiert, dann müssen die Marokkaner uns versorgen. Ich kann mir vorstellen, dass in den nächsten 4 Wochen nicht viel passiert. Und wenn, dann wird es vielleicht konvois in den norden geben. Ich bin froh dass meine Solaranlage tagsüber den Kühlschrank bedient. Es gibt hier zwar Gasflaschen, aber alle haben hier unten eine 10cm hohen tragegriff. Damit passt keine Flasche mehr ins Fach. Ein strassen schlosser hat uns einfach den tragegriff abgeflext… Marokko like.
        Alles Gute für Euch, bleibt gesund und macht weiter so
        Lg Johannes
        Meine anmeldeversuche
        Bei Botschaft und Co haben nicht geklappt. Habs tagelang probiert.

        Wo sollten wir uns eurer Meinung versuchen registrieren zu lassen.?

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          Lieber Johannes,
          Danke für deinen Worte, tatsächlich empfinde ich es als sehr wichtig die Situation eben nicht reisserisch zu erzählen, sondern einfach so wie sie ist. Vielleicht liegt es auch daran, dass wir ganz ganze bis jetzt sehr relax sehen – es ist, wie es ist. Ich glaube nicht, dass irgendjemand etwas von Euch möchte, denn auch hier ist (eigentlich) alles beim Alten .. nur das wir eben jetzt mit Zettel und einzeln einkaufen gehen.
          Ich habe deine Frage zum Anlass genommen um mich tatsächlich mal zu registrieren – zumindest habe ich das versuch. Meine Erfahrung schreibe ich gleich mal als Nachtrag in diesen Bericht. Macht es gut dort unten in der Wüste.
          LG Maren

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      Hallo Frau Grewal, viele Grüße aus dem Ländle und alles Gute, ich denke oft an Sie !
      Sabine Lorenz (früher Injac) aus dem HoGy

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    Hallo Ihr beiden,
    zuerst einmal ein dickes Kompliment für eure unaufgeregten und souveränen Statements. „In der Krise beweist sich der Charakter.“ (Helmut Schmidt)
    Und offensichtlich hat sich euer überlegtes Handeln bis jetzt gelohnt und ihre steht erstmal nicht in einem Hafen ohne Infrastruktur. Wir drücken euch die Daumen und haben jetzt selbst das Luxusproblem, das unser Fahrzeug fertig ist, wir aber nicht starten können, wohin auch???. Aber vielen Menschen geht es schlechter, also warten wir in HDH ruhig ab.
    Euch weiter alles Gute, stay safe!
    Ute und Uwe von

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      Liebe Ute, Lieber Uwe,
      Danke für Eure aufmunteren Worte – hört man ja in diesen Zeiten leider viel zu selten. Eure Zeit es Reisens kommt auch nocht, vielleicht treffen wir uns ja irgendwo unterwegs einmal. Im Oktober werden wir in Griechenland sein.
      Lg Maren und Ralf

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    Liebe Maren und Ralf,

    auch ich hatte für den 12. März einen Flug gebucht, von meinem Wohnort Palma nach Deutschland, und habe ihn verfallen lassen aus Angst, nicht mehr zurückzukommen. Wie ich heute weiß, war die Angst nicht unberechtigt.

    Ich glaube, ihr macht das richtig, jetzt in Marokko zu bleiben, genauso wie Freunde von uns, die die Quarantäne auf einem Campingplatz in Murcia aussitzen und nicht in einem Gewaltmarsch in den Norden gefahren sind.
    Aber so richtig weiß man das erst hinterher.

    Auf jeden Fall alles Gute für euch und
    Herzliche Grüße von Mallorca

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      Nein, so richtig kann man es nicht wissen. Die Entscheidung zu bleiben, fühlt sich bis jetzt richtig an. Auch wenn es seltsam ist seinen Platz nicht mehr verlassen zu dürfen. Wir hoffen das Beste.
      Alles Gute zurück.

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